Blog
Trauer
6 Tipps im Umgang mit der Trauer
Trauer ist der intensivste seelische Schmerz, den wir kennen.
Wir trauern um
- verstorbene Menschen oder Tiere,
- Nicht-Erlebtes und Verlorenes,
- das Ende einer Beziehung,
- einen geplatzten Traum,
- die gesundheitliche Beeinträchtigung,
- eine Kündigung,
- den unerfüllten Kinderwunsch,
- das fehlende Glück in der Liebe.
- oder wenn das Leben sonstwie auseinanderbricht.
Trauer schmerzt
Weil die Trauer derart unangenehm ist, vermeiden, ignorieren oder verdrängen wir sie. Wir flüchten in die Arbeit, lenken uns mit Bildschirmscrollen ab, tun so als wäre es nicht so schlimm oder stürzen uns ins nächste Abenteuer.
Diese Bewältigungsstrategien können gut funktionieren. Doch dabei leben wir nicht das ganze Spektrum unserer Gefühle und diese Beschränkung kostet langfristig sehr viel Energie und Lebenskraft.
„Wenn wir den Verlust und Tod akzeptieren, akzeptieren wir auch unsere Trauer. Je mehr wir unseren Schmerz annehmen, statt dagegen anzukämpfen, desto eher werden wir wieder lernen zu leben und zu lieben.“ Julia Samuel
In einem Trauerprozess geht es darum zu akzeptieren, dass die Person wirklich gestorben ist, und zu erkennen, dass unsere Beziehung zu dieser Person nie sterben wird.
Die Person ist gestorben, jedoch unsere Liebe zu dieser Person nicht.
6 Tipps im Umgang mit der Trauer
#1 Bewege dich
Wenn wir unseren physischen Körper bewegen, bewegen wir auch unseren seelischen Körper. Vorallem nach einem Aufenthalt in der Natur fühlen wir uns immer besser. Bewegung öffnet neue Sichtweisen auf unseren Verlust.
#2 Nutze den Verstand
Wir können uns bewusst machen, dass Trauern eine menschliche Erfahrung ist, die wir alle machen. Auch die oft mitauftretenden Emotionen wie Wut, Angst, Schuld sind normal und menschlich. Das Leben wird nach einem Verlust nicht mehr so sein, wie es einmal war. Der Verlust ist eine Tatsache in unserer Biographie.
#3 Die Liebe zählt
Wenn wir intensiv geliebt haben, fühlen wir auch eine grosse Trauer und Erschütterung, insbesondere bei einem Suizid oder dem Tod eines Kindes. Es geht nicht darum, die verstorbene Person zu vergessen, sondern bewusst zu machen, dass die Beziehung zu ihr bestehen bleibt, wenn auch in einer anderen Form. Wir lieben die Person in ihrer Abwesenheit, nicht mehr in der Gegenwart.
Trauer ist der Preis, den wir für die Liebe zahlen.
Colin Murray Parkes, Psychiater
#4 Rituale im Alltag
Alle Kulturen kennen Sterberituale. Wir können z.B. gemeinsame Orte aufsuchen, das Lieblingsgericht des Verstorbenen kochen oder die Lieblingsmusik hören. Dadurch lassen wir die Person, die wir vermissen, präsent werden und ganz nah an uns herankommen. Erst die Nähe erlaubt es, in ein Leben ohne diese Person zurückzukehren.
#5 Tu dir Gutes
In einer Trauerphase ist es wichtig zu prüfen, wer oder was uns wirklich guttut. Wir können uns mit gutem Essen nähren, Zeit mit uns selbst oder mit lieben Menschen verbringen.
#6 Erlaube dir Zeit
Manchmal haben wir fixe Vorstellungen, bis wann wir einen Verlust verarbeitet haben sollten. Oder wir nehmen entsprechende Erwartungen aus unserem Umfeld wahr. Trauerprozesse verlaufen sehr individuell, jede Seele hat ihren eigenen Fahrplan.
Wenn der Trauerprozess blockiert ist
Ein Trauerprozess läuft in zwei Phasen ab. Die erste ist „verlustorientiert“, wobei wir uns mit Situationen und Erinnerungen rund um den Verlust und die verstorbene Person befassen.
In der zweiten „wiederherstellungsorientierten“ Phase befassen wir uns mit Themen ums Weiterleben. Wenn wir beide Phasen durchleben, geschieht Heilung.
Zuerst sind wir verlustorientiert, doch mit der Zeit finden wir zurück zur Arbeit, zum Kontakt mit Freunden oder Dingen die uns Freude machen.
Manchmal bleiben wir jedoch im Verlust stecken oder Gefühle wie Angst, Wut, Schuld blockieren uns am Weitergehen. Dann ist es Zeit, sich Unterstützung zu holen.
Wie ich dich beim Trauern unterstützen kann
Die Kinesiologie hilft, die konkrete Blockade zu erkennen und zu lösen. Der seelische Schmerz der Trauer zeigt sich oft körperlich mit Schmerzen, Knoten im Bauch, zugeschnürtem Hals usw.
In der Begleitung lernst du, deine Aufmerksamkeit nach innen zu diesen Empfindungen zu lenken. Du nimmst die Gefühle wahr – nebst der Trauer auch Wut, Angst, Schuld oder Verwirrung. Indem du den unangenehmen Gefühlen in einem sicheren Rahmen Platz gibst, schaffst du mit der Zeit auch Raum für neue Gefühle.
Wir werden nicht frei von der Trauer, sondern frei mit der Trauer.
Quellen:
- Julia Samuel, Trauerexpertin, Das Magazin No 21 – 2023
- Fünf Elemente Psychologie, Integrative Kinesiologie
Bild: © Tom Pumford / unsplash.com